Living Cases 2013

Auch wenn die meisten Kritiken nachts entstehen, so wird man doch nicht über Nacht zum Kritiker. Das Schreiben von Rezensionen will gelernt sein. Kulturkritik hat deshalb im vergangen Jahr zusammen mit der Plattform Kulturpublizistik der ZHdK das Format eines «Living Cases» entwickelt und erprobt. In einem möglichst «echten», gleichzeitig aber durch Coaching und Teamlearning unterstützten kulturpublizistischen «Ernstfall» kann das kulturjournalistische Handwerk besonders effektiv verfeinert und damit der Bleistift des Kritikers in einem geeigneten Rahmen gespitzt werden. Im Jahr 2013 haben wir dieses Angebot an Living Cases ausgebaut und Kooperationen mit verschiedenen Festivals zu etabliert. Als Mentoren wirkten Kulturjournalisten der NZZ am Sonntag mit, namentlich Christian Jungen und Manfred Papst.

Die Living-Cases sind eine Kooperation zwischen kulturkritik.ch, NZZ am Sonntag und der Vertiefung publizieren & vermitteln des Master Art Education der Zürcher Hochschule der Künste. Die Teilnahme ist kostenlos. Das Anmeldefenster war zwischen April und Juni geöffnet.

 
 

Living Case Locarno Film Festival Locarno Film Festival

7.8.-17.8.13
Leitung Living Case: Stefan Schöbi
Anzahl TeilnehmerInnen: 3–4


Inhalt und Aufbau: Der Living Case umkreist die Filmkritik im Rahmen des wichtigsten Schweizerischen Filmfestivals, das gleichzeitig eines der ältesten weltweit ist. Im Vorfeld des Living Case sehen sich alle Teilnehmenden denselben (aktuellen) Kinofilm an und verfassen eine Kritik darüber. An einem Vorbereitungsworkshop in Zürich werden diese Kritiken diskutiert. Der Hauptteil des Living Case findet vor Ort in Locarno statt, insbesondere zwischen Freitag, 9.8., und Freitag, 16.8.13. In Locarno stellt jede Teilnehmerin/jeder Teilnehmer zu 3 von ihr/ihm visionierten Filmen je eine Kritik her. Die Teilnehmenden reichen dazu eine Prioritätenliste ein (das Kritikerteam teilt sich eine gemeinsame Akkreditierung, das heisst einen Festivalpass). Die Blattkritiken werden von verschiedenen Mentoren geleitet, min. eine Blattkritik von einem Kulturjournalist der NZZ am Sonntag, voraussichtlich Christian Jungen.

Anforderung: Bereitschaft und Wille, sich mit der Textsorte Filmkritik auseinanderzusetzen sowie 4 Filmkritiken zu verfassen, zu diskutieren und weiter zu entwickeln (geleitete Textarbeit); Teilnahme an Vorbereitungsworkshop (Zürich) und an 3 Blattkritiken sowie Debriefing (Locarno) und vorbereitende Lektüre der besprochenen Kritiken; Anwesenheit vor Ort in Locarno über die gesamte Festivaldauer empfohlen (die Termine der Blattkritiken werden im Juli kommuniziert; die Organisation einer Unterkunft in Locarno oder Umgebung erfolgt selbständig durch die Teilnehmenden); minimales Wissen über die Filmgeschichte (oder die Bereitschaft, sich dieses vor dem Living Case im Selbststudium anzueignen; Literaturhinweise werden abgegeben).

Living Case Zürcher Theater Spektakel Zürcher Theater Spektakel

15.8.-1.9.13
Leitung Living Case: Elena Ibello
Anzahl TeilnehmerInnen: 6


Inhalt und Aufbau: Am Zürcher Theater Spektakel zeigen jährlich rund 30 bis 35 Gruppen oder Einzelkünstler aus der ganzen Welt ihre Arbeiten. Es ist eines der wichtigsten europäischen Festivals für zeitgenössische Formen der darstellenden Künste. Das Theater Spektakel bietet damit ein gutes Übungsfeld für theaterinteressierte Nachwuchs-Kulturjournalistinnen und -Kulturjournalisten. Am Living Case schreiben die Teilnehmenden je ca. 3 bis 4 Kritiken zu verschiedenen Veranstaltungen unter realen kulturjournalistischen Bedingungen. Regelmässige Blattkritiken und gegenseitiges Lektorieren ermöglichen einen intensiven Austausch unter Kolleginnen und Kollegen. An einzelnen Terminen erhalten die Teilnehmenden zudem Rückmeldungen von einer erfahrenen Kulturjournalisten, voraussichtlich Manfred Papst von der NZZ am Sonntag.

Anforderung: Während den letzten zwei Augustwochen sind die Teilnehmenden mit dem Besuchen von Veranstaltungen, dem Schreiben von Kritiken und der Teilnahme an den Blattkritiken intensiv engagiert. Interesse an Theater und der Textsorte der Rezension, sowie Bereitschaft zur Arbeit am Text werden vorausgesetzt. Zum Ein- beziehungsweise Ausstieg treffen sich alle Teilnehmenden einmal vor und einmal nach dem Theater Spektakel zu einem längeren Termin.

Living Case Zurich Film Festival Zurich Film Festival

26.9.-6.10.13
Leitung Living Case: Tilman Hoffer
Ausgebucht


Inhalt und Aufbau: Das Zurich Film Festival versammelt zahlreiche deutschsprachige und internationale Filme sowie ein umfangreiches Rahmenprogramm. Im Mittelpunkt der Living-Case-Berichterstattung werden Filmkritiken über ausgewählte Wettbewerbsbeiträge stehen. In Workshop-Form werden im Vorfeld anhand eines ausgewählten Kinofilms die Textform Filmkritik eingeübt und die Resultate evaluiert. Während des Festivals dient das Workshop-Format der gegenseitigen konstruktiven Kritik und Verbesserung der Textarbeit. Die Treffen werden abends oder am Wochenende stattfinden. Die Teilnehmenden können Prioritäten der zu besprechenden Filme angeben. Es sollen mindestens 3 Kritiken pro Teilnehmer verfasst werden. Als Mentor wirkt voraussichtlich Christian Jungen von der NZZ am Sonntag mit.

Anforderung: sinngemäss wie beim Film Festival Locarno.

Living Case Zürich liest Zürich liest

24.10.-27.10.13
Leitung Living Case: Lukas Meyer-Marsilius
Anzahl TeilnehmerInnen: 3–4


Inhalt und Aufbau: Zürich liest versammelt an einem Wochenende unzählige literarische Veranstaltungen mit unbekannten und bekannten Autoren. Dadurch bietet sich die Gelegenheit, eine spezielle Form der Literaturkritik zu üben, die normalerweise auf Bücher fixiert ist, hier aber auf die Veranstaltungen fokussiert. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer besuchen einige ausgewählte Veranstaltungen und schreiben 2 Kurzkritiken und 2 ausführliche Kritiken. Die Kurzkritiken und eine lange Kritik sind frei wählbar. Eine grosse Lesung soll von allen besucht und kritisiert werden (eventuell mit vorgängiger Lektüre des Buches). Als Mentor wirkt voraussichtlich Manfred Papst von der NZZ am Sonntag mit.

Anforderung: Intensive Arbeit am Wochenende des Festivals mit täglicher Blattkritik (Samstag, Sonntag). Eine Vor- und eine ausführliche Nachbesprechung mit Vergleich der gemeinsam besuchten Veranstaltung. Erste Erfahrungen mit Literaturkritik von Vorteil, vertiefte Kenntnisse von (zeitgenössischer) Literatur ebenso.

Living Case jazznojazz jazznojazz

30.10.-2.11.13
Leitung Living Case: Fabienne Schmuki
Anzahl TeilnehmerInnen: 4–5


Inhalt und Aufbau: Das jazznojazz-Festival ist ein viertägiges Musikfestival, das in vier verschiedenen Locations im Herzen von Zürich stattfindet. Der Veranstalter AllBlues Konzert AG organisiert das Festival seit 2008 und versammelt nationale und internationale Acts aus Jazz, Pop, Worldmusic und Rock. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer besuchen je zwei Konzerte, die in verschiedene musikalische Genres einzuordnen sind (Pop und Jazz, Rock und World etc). Tonalität, Fachsprachlichkeit und Einbettung der Künstler richtet sich nach den Standards der jeweiligen Musikkritiken. Die Texte werden in einer Blattkritik innerhalb ihres Genres besprochen und von einem Experten beurteilt, voraussichtlich Manfred Papst von der NZZ am Sonntag.

Anforderung: Interesse und Freude an Musik aus diversen Stilrichtungen. Musikalisches Vokabular und musiktheoretisches Wissen sollte im Ansatz vorhanden sein. Kenntnis der englischen Sprache von Vorteil. Die Bereitschaft, zwei Konzerte an einem langen Wochenende (MI – SA) zu besuchen und sich für zwei Blattkritiken (einmal am Freitag, einmal im Anschluss an das Festival zur Schlussbesprechung) Zeit zu nehmen.